News

Der Schwerpunkt SCM unternimmt das 14. Betriebsseminar nach Italien

[18|05|2017]

Nach Seminarfahrten nach Hamburg, Berlin und Spanien, ging es für die Studierenden des Schwerpunktes Supply Chain Management in diesem Jahr, wie schon in 2012, nach Nord-Italien.

 

Das 14. Betriebsseminar wurde mit 22 Studierenden und den Professoren Herr Prof. Dr. Krischke und Herr Prof. Dr. Klug unternommen. Unterwegs konnten die Teilnehmer nicht nur sechs renommierte Unternehmen besichtigen, darunter Branchengrößen wie Lavazza und Same Deutz-Fahr, sondern auch die schönen Städte Bologna, Turin, Bergamo und Verona erkunden.

 

2

 

 

3

 

Nach dem Anreisetag und der Besichtigung von Bologna, wurde am Dienstag das erste Unternehmen besichtigt. Carpigiani ist ein weltweit agierender Hersteller für Eismaschinen, der unter anderem namhafte Fast-Food Restaurantketten wie McDonalds oder Burger King beliefert. Die 10.000 jährlich Produzierten Maschinen werden in den beiden Werken in Italien und China gefertigt.

 

Bei der Besichtigung der Produktion wurde uns die 2015 neu gebauten Fertigungslinien präsentiert und erklärt. Durch die Umstellung von einer traditionellen Werkstattfertigung auf Linienfertigung, konnte die Durchlaufzeit um 40% reduziert werden. Zusätzliche Effekte waren Verbesserungen in Qualität, Absatz und Marge. Als besonders herausfordernd bezeichnete unser Guide die Umstellung der Produktion für die Mitarbeiter, welche erst von der Verbesserung überzeugt werden mussten.

 

Nach der Besichtigung des Museums, mit vielen Informationen zur Geschichte des „Gelato“, konnte selbstverständlich auch ein frisch für die Studierenden produziertes Eis verkostet werden.

 

Güterverkehrszentrum Interporto Bologna
Güterverkehrszentrum Interporto Bologna

 

Nun ging es weiter an den Stadtrand Bolognas, zu Interporto Bologna. Das 4,1 Mio. Quadratmeter große Gelände beherbergt 120 verschiedene Unternehmen und beschäftigt 4000 Mitarbeiter. Zu den Dienstleistungen des Güterverkehrszentrums gehören klassische Logistikdienstleitungen, Facility Management, LKWs und Mitarbeiter, welche von den ansässigen Unternehmen genutzt werden. Nach der Gründung 1971 entwickelte sich das als Real Estate Company gegründete Unternehmen immer weiter in Richtung Dienstleister, dem heutigen Hauptgeschäft des Unternehmens.

 

Besonders nennenswert ist die hervorragende Lage und Anbindung innerhalb Europas, zu dem großen Frachthafen in Venedig, sowie zu namhaften Herstellern in der Umgebung. 5000 LKWs bewegen sich täglich in und aus dem Zentrum, welches nun zum dritten Mal erweitert wird.

 

Bei einer Rundfahrt konnten wir die Läger, sowie den Containerterminal besichtigen, welcher ca. 50 Züge pro Woche abwickelt.

 

Lavazza
Lavazza

 

Am Mittwochmorgen ging es dann zum sechstgrößten Kaffeeröster der Welt: Lavazza. Der Marktführer in Italien besitzt 3 Fabriken, in denen 160.000 Tonnen Kaffee pro Jahr produziert werden. Dabei werden 90 Länder beliefert und die Kaffeesorten Arabica und Robusta von 50 Lieferanten aus 20 Ländern bezogen.

 

Nach einer Präsentation zum Unternehmen und der Kaffeepflanze, wurden wir dann in die Produktion geführt. Auf 100.000 Quadratmetern werden hier vollautomatisch, verschiedene Kaffeesorten produziert. Anschließend gelangt die Ware in das vollautomatische Hochregallager, in dem Sicherheitsbestände für 10 Tage lagern.

 

Besonders beeindruckend fanden die Studenten die fast menschenleere Produktionshalle, deren logistische Abläufe mit führerlosen Staplern und Förderbändern ablief.

 

Finder
Finder

 

Nach Lavazza ging es anschließend zum Kontroll- und Steuergerätehersteller Finder. In den vier Fabriken werden täglich 400.000 Produkte hergestellt, bei einem Portfolio von 12.500 verschiedenen Produkten. Besonders bemerkenswert war hierbei, dass die Studierenden den Herstellungsprozess angefangen von der Verarbeitung des Kunststoffgranulats, bis hin zum fertigen Produkt verfolgen konnten. Die Maschinen, die dabei zur Produktion verwendet werden, sind überwiegend selbst hergestellt.

 

Anders als viele andere Unternehmen setzte Finder in den Krisenjahren nicht auf Mitarbeiterabbau und Sparmaßnahmen, sondern produzierten auf Lager weiter. Nach der Krise erwies sich diese Maßnahme als großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz, da man deutlich schneller produzieren konnte.

 

Einen Wettbewerbsvorteil sichert sich Finder auch durch die gute Qualität. In der Produktion werden daher sehr viele Qualitätschecks durchgeführt, um dem Kunden ein störungsfreies Produkt zu liefern.

 

Moto Morini
Moto Morini

 

Etwas beschaulicher und familiärer ging es dann am Donnerstag bei Moto Morini weiter. Der kleine Motorradhersteller in der Nähe von Mailand produziert etwa 500 Motorräder im Jahr und setzt dabei vor allem auf Customizing und Teile, die zu 99% aus Italien stammen. Bis auf Motor und Rahmen kann alles nach Kundenwunsch gestaltet werden. Tradition, Qualität und Standorttreue sind die wichtigsten Bestandteile der Moto Morini Philosophie. Die drei Grundmodelle, die das Unternehmen herstellt beinhalten alle den gleichen, eigens hergestellten Motor.

 

Bemerkenswert ist auch der Kundenservice. Vor der Auslieferung wird jedes Motorrad fotografiert und dokumentiert, um dem Kunden ein Fotoalbum seines Motorrads zu schenken und um bei Retouren die verbauten Teile identifizieren zu können.

 

SDF – SAME DEUTZ-FAHR
SDF – SAME DEUTZ-FAHR

 

Unter der Dachmarke SDF vereinen sich die fünf Traktormarken SAME, Deutz-Fahr, Lamborghini, Hürlimann und Grégoire. Fast 4000 Mitarbeiter arbeiten in dem Konzern, der jährlich ca. 33500 Traktoren herstellt. Im Werk in Treviglio, das wir besucht haben, werden auf 20 Hektar, täglich 74 Traktoren produziert.

 

Auf den Fertigungslinien werden Traktoren aller Marken gebaut. Welcher Traktor einer Fertigungslinie zugeteilt wird hängt von der PS-Zahl des Traktors ab. Da sich die Produktionslinien gerade im Umbau befinden konnten wir die neue mit der alten Fertigungslinie vergleichen und die Verbesserungen (Umstellung auf AGVs/Vollautomatische Lackieranlage usw.) einfach nachvollziehen.

 

Ein anschließender Besuch im Museum brachte uns die Geschichte von SAME, deren Akquisitionen und Innovationen näher, bis hin zu modernster Fahrzeugtechnik, wie sie heute verwendet wird.

 

Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Kfm. Andre Krischke